Radiographic Art by Martin Strunk - Kunst in einer neuen Dimension

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About

Technik

Prinzipiell handelt es sich bei meinen Bildern um Röntgenaufnahmen. Die Anfertigung einer künstlerischen Radiographie bedeutet jedoch im Vergleich zu den bekannten vollautomatisierten medizinischen Röntgentechniken einen wesentlich höheren technischen und zeitlichen Aufwand.


In meiner Eigenschaft als Facharzt für Radiologie habe ich zwar die Möglichkeit und Berechtigung modernste Röntgengeräte zu benutzen, doch für künstlerische Zwecke sind die herkömmlichen, beim Menschen angewendeten Röntgenapparaturen nicht geeignet.
Um die technischen Grundvoraussetzungen zu erfüllen, benutze ich eine hochspezielle Röntgenapparatur, die Expositionen in sehr niedrigen Energiebereichen ermöglicht.
Der Workflow von der Auswahl eines geeigneten Objektes bis hin zum präsentationsreifen Fine-Art-Print einer Radiographie ist sehr komplex und zeitaufwändig. Für jedes einzelne Objekt muss die optimale "Härte" der Röntgenstrahlung (= Energie der Röntgenstrahlen) sowie die notwendige Expositionsdauer individuell in aufwendigen Versuchsreihen ausgetestet werden. Alle diese Arbeitsschritte erfolgen in der Dunkelkammer, da ich nur mit ungeschütztem Film arbeite, um ein höchstmöglichstes Maß an Detailzeichnung und Filmsensibilität auch für die feinsten Objektstrukturen zu erreichen.
Abhängig vom Objekt exponiere ich mit Röntgenstrahlen unterschiedlicher Energien, manchmal auch mehrfach. Für die Aufnahmen werden hochauflösende Spezialfilme benötigt, um auch die feinsten Strukturen herauszuarbeiten. Entwickelt werden die bis zu 24x30 cm großen Filmformate für jeden einzelnen "Annäherungsschritt" an die optimale Belichtung konventionell in der Dunkelkammer.

Die ersten Ergebnisse eines jeden Projektes sind aufgrund der vorher völlig unmöglichen Belichtungskontrolle meistens sehr enttäuschend, weshalb ich für ein verwertbares Filmnegativ sehr viele Versuche benötige und hierfür oft mehrere Tage in der Dunkelkammer verbringe. Oft stellt sich erst im Laufe der Versuchsreihen heraus, dass ein Objekt aufgrund seiner Beschaffenheit und Dichteverteilung nicht für die künstlerische Radiographie geeignet ist.

Erfüllt ein Negativ für mich die technischen und künstlerischen Kriterien für einen Fine-Art-Print der Radiographie, so teilt sich der Workflow ab hier in einen konventionellen und einen digitalen Weg.
Konventionell wird in der Dunkelkammer weitergearbeitet. Hier entstehen Kontaktabzüge vom Negativ. Dieser Weg ist jedoch nur für Negative geeignet, dessen Kontrastumfang auch vom Fotopapier bewältigt werden kann. Jeder handgefertigte Kontaktabzug entspricht in der Größe dem Filmformat von 18x24 cm oder 24x30 cm.

Im digitalen Workflow wird das Negativ über einen professionellen High End Trommelscanner hochaufgelöst digitalisiert. Die Datenmengen sind bei den großen Formaten enorm. Am Rechner wir das Motiv in der Regel nur noch freigestellt und mittels der Gradationskurve für den Print optimiert. Ausgenommen sind hiervon natürlich die farbig nachbearbeiteten "Coloured" Prints.

Der Druck erfolgt dann entweder als Lambda-Print (digitale Belichtung auf traditionelle silberphotosensitive Materialien) oder als Fine-Art-Print auf Hahnemühle Papier.
Die Präsentation der Drucke ist abhängig vom Motiv und Präsentationsformat.


Ich hoffe, meine Erläuterungen konnten in Ihnen das Interesse für die Radiographie wecken.


Ihr
Martin Strunk